Volkstrauertag - 16.11.2025

In Anwesenheit von drei Vereinen, dem Kriegerverein, der Feuerwehr und des Schützenvereines, wurde am Sonntag in Zandt der Volkstrauertag begangen, eingeleitet mit einem Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer P.Joseph, mit anschließenden Totengedenken am Kriegerdenkmal mit dem früheren Gemeindereferenten Franz Strigl. Zwei Soldaten der Patenkompanie hielten Ehrenwache beidseits des Denkmales. Zwei Musiker, Alfons und Michaela Daschner, intonierten mit feiner Musik die Gedenkstunde.
Strigl sprach Gebete für die Toten der beiden Weltkriege, besprengte sie mit Weihwasser und segnete sie; Bernhard Preischl verlas die Fürbitten und gemeinsam wurde das ‚Vaterunser-Gebet‘ gesprochen.
Bürgermeister Hans Laumer ergriff nun das Mikrophon: „Liebe Angehörige unserer Patenkompanie unter Führung von Major Dominique Zönnchen und Vereine,
wir haben uns heute hier am Kriegerdenkmal versammelt und derer zu Gedenken die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker geworden sind
Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Einsatz ihr Leben verloren.
„Die Welt ist aus den Fugen geraten.“ Unter dieser Überschrift steht eine Rede von Frank-Walter Steinmeier aus dem Jahr 2015.
Über acht Jahre später verstärkt sich der Eindruck, dass unsere Welt aus den Fugen geraten ist, nochmal mehr“, bedauerte der Bürgermeister.
„In den vergangenen Jahren standen wir an dieser Stelle unter dem Eindruck vom Krieg in der Ukraine, wir hatten die Gräuel des Krieges im Gazastreifen im Kopf. Kriege, die uns leider immer noch beschäftigten und dessen Ende nicht absehbar sind.
Ich stelle mir die Frage: Haben wir Menschen denn nichts gelernt? Die Liste der kriegerischen Auseinandersetzungen, die derzeit auf der Welt stattfinden, ist lang. Das damit verbundene Leid an der Zivilbevölkerung ist groß. Die Zahl der Todesopfer wird auch in diesem Jahr die 100.000er-Marke übersteigen. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir uns in diesen Tagen an den Kriegerdenkmälern versammeln und daran erinnern, welch Schrecken mit einem Krieg verbunden sind. Es ist mir auch persönlich ein großes Anliegen, diese Erinnerungskultur hoch zu halten. Und ich werde auch nicht müde zu betonen, dass es von großer Bedeutung ist, dieses Andenken an unsere nachfolgenden Generationen weiterzugeben und aufzuzeigen, wohin sinnlose Machtansprüche, nationale Egoismen oder die Durchsetzung rassistischen Gedankengutes führen können.
Sicher, die kriegerischen Auseinandersetzungen tangieren uns auch hier in unserer Region. Insbesondere wenn es um die Unterbringung von geflüchteten Menschen geht. Ich denke niemand von uns möchte wirklich mit diesen Menschen tauschen. Die allerwenigsten von ihnen haben freiwillig ihre Heimat, ihre Freunde und Familie verlassen, um sich auf eine gefährliche Flucht ins Unbekannte zu begeben. Vor diesem Hintergrund möchte ich auch heuer den Volkstrauertag dazu nutzen, um dafür zu appellieren, dass wir uns trotz der damit verbundenen Herausforderungen nicht den Mut nehmen lassen, offen für unsere Demokratie und für unsere Werte einzustehen. Halten wir auch weiterhin zusammen und stehen wir für unsere christlichen Werte wie Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft gegenüber den Schwächeren ein.
Ich danke aber vor allem auch den Soldaten- und Kriegervereine, dass sie in diesen nicht einfachen Zeiten die Erinnerung an die Schrecken der Kriege hoch halten. Setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass auch unsere nachfolgenden Generationen in Wohlstand, Frieden und einem vereinten Europa aufwachsen können. Sorgen wir dafür – jeder als kleines Rädchen an seinem Platz – dass die Welt ein Stück friedlicher wird und hoffentlich in ihre Fugen zurückfindet. Dazu gilt es, immer wieder vor Augen zu führen, in welche Schrecken ein Krieg führt. Unsere nachfolgenden Generationen werden es uns danken“.
Nun ergriff Major Zönnichen das Wort. „Wir trauern um die Opfer der beiden Weltkriege, des Nationalsozialismus und der Opfer von Gewalt, Terror und Krieg in der heutigen Zeit. Als 1950 der Volkstrauertag gegründet wurde, sollte dieser Tag an den Schmerz, das Leid und die Verluste einer ganzen Generation erinnern. Bei uns in Europa gab es eine lange Zeit des Friedens. Aber wir wissen alle, dass ein großer Krieg in Europa wütet und weitere europäische Staaten rüsten aus Angst einer Ausbreitung der Konflikte weiter auf und auch in Deutschland sind Schlagwörter wie Wehrpflicht, Kriegstüchtigkeit und die Erhöhung der Verteidigungsausgaben täglich in aller Munde. Aber, nur wer glaubhaft abschrecken kann, wird nicht angegriffen“, erklärte Major Zönnchen, „oder anders: Wir müssen kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen! Es ist unsere gemeinsame Verantwortung als Gesellschaft den Frieden in Deutschland zu wahren und in Europa durchzusetzen, damit künftige Generationen am Volkstrauertag zwar erinnert werden, aber nicht mehr trauern müssen!“
Zusammen mit Bürgermeister Laumer stellte Major Zönnchen eine Blumenschale am Denkmal ab, die Musiker spielten den ‚Guten Kameraden‘ und die Nationalhymne und drei Salutschüsse zu Ehren der Toten verhallten über der Ortschaft, die Fahnen senkten sich in Trauer.
Franz Strigl spendete allen Anwesenden abschließend seinen Segen und Bürgermeister Laumer bedankte sich für die Teilnahme am Volkstrauertag.
Mit Musik begaben sich die drei Vereinsabordnungen hin zum Hotel Früchtl zu einem Umtrunk und gemütlichen Beisamensein.